Gründung und Entwicklung des Vereins

Nach Kriegsende im Jahre 1945 herrschte immer noch Durst und Hungersnöte, auch hier in Veltheim. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten hatten sich ein Teil der Bevölkerung vereinzelt ein Stückchen Grabeland geschaffen, auf dem allerdings nur Tabak und Zuckerrüben angebaut werden konnte, wenn man denn selbst etwas von der Ernte haben wollte. Hase und andere Wildtiere waren meist schneller, wenn es darum ging, frisch angebautes Gemüse zu verzehren – hier musste man vorläufig auf den eigenen Ertrag verzichten.

Deshalb wuchs der Wunsch nach einem richtigen eigenen Garten und man berief am 06.07.1949 eine Interessenversammlung ein. Baron Wilhelm von Veltheim hatte dankenswerterweise am östlichen Rand des Ortes gutes Ackerland für den Zweck der Kleingärtnerei zur Verfügung gestellt. Immerhin 88 Bewerber_innen trugen sich in die Warteliste für ein Grundstück ein.

Am 09.01.1950 wurde eine Gründungsversammlung abgehalten, der Antrag auf Gründung des Vereins ging an den Landkreis. Der Gründungsvorstand setzte sich zusammen aus dem 1. Vorsitzenden Hermann Stern mit Unterstützung von Heinrich John, Adolf Benke und Wilhelm Abesser.

Das zur Verfügung gestellte Land in der Größe von 28.125 m² wurde von Baron Wilhelm von Veltheim auf 36 Jahre gepachtet. Es musste vermessen und mit einem Zaun eingegrenzt werden; es entstanden Parzellen zu je 600 m2. Von 88 Bewerbern waren 45 Personen verblieben, hier entschied das Los, wer welchen Garten bekommen sollte. Danach konnten sich die eifrigen Kleingärtner an die Bepflanzungen machen.

Allerdings tauchte bald das erste Problem auf: Wasser! Man benötigte dringend Wasser, wenn die Pflanzen auch richtig gedeihen sollen. Also wo bekommt man Wasser her? Mehrere Versammlungen mit heftigen Diskussionen brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Baron von Veltheim erteilte dann die Erlaubnis, eine Rohrleitung vom Erdfall in den Gartenverein zu legen – nun hieß es zum ersten Mal: Wasser marsch!

Dies lief einige Jahre sehr gut, aber im Jahr 1977 war der Sommer so trocken, dass statt Wasser nur heiße Luft aus dem Hahn quoll. Die Quelle konnte den hohen Wasserbedarf nicht mehr decken. Nun wurde beschlossen, eine eigene Wasserleitung, die an das Ortsnetz angebunden sein sollte, zu verlegen. Dies geschah im Jahre 1977. So braucht auch heute kein Gartenfreund mehr auf Trinkwasser aus dem Hahn zu verzichten.

Anfang der 1980er Jahre wurde der Verein „wetterfest“: Auf einer leeren Parzelle wurde das Vereinsheim aus zwei Baubaracken errichtet, ein weiterer leerer Garten zum benötigten Parkplatz umgestaltet. Kurze Zeit später wurde noch eine Küche und ein Lagerraum angebaut. Und eine Toilettenanlage kam in den nächsten Jahren ebenfalls dazu. In den 1990er Jahren fanden weitere Verschönerungen am und im Vereinsheim statt. Ab dem Jahr 2008 fand eine komplette Renovierung des Vereinsheims statt mit entsprechender Modernisierung. Die Versammlungen und Feste lassen sich nun noch schöner gestalten.

Ein weiteres großes Projekt wurde 2011 in Angriff genommen: Die Gärten sollten Strom bekommen. Nach einigen Verzögerungen war dann am 21. Juni 2012 der große Tag gekommen und der Strom konnte eingeschaltet werden. Seitdem besitzen alle Gärten ihren eigenen Stromanschluss.

Wie man sehen kann, hat sich der Kleingärtnerverein Veltheim/Ohe 1949 e. V. stets seinen wechselnden Herausforderungen gestellt. Auch im Jahr 2018 ist noch einiges geplant, damit unser Verein attraktiv bleibt und für die Zukunft gut gerüstet ist. Nähere Informationen dazu erfolgen ab Mitte des Jahres.

 

Vereinsvorsitzende

Hermann Stern: 1949 – 1956

Gustav Günther: 1956 – 1964

Helmut Fischer: 1964 – 1989

Günther Zangenberg: 1989 – 1997

Birgit Herzog: 1997 – 2000

Petra Grüne: 2000 – 2003

Heiko Schütte: 2003 – 2016

Marc Glunz: seit 2017